Karpaltunnelsyndrom - So arbeiten Osteopathen

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Häufig beginnt es mit nächtlichem Kribbeln in den Händen. Dann schlafen die Hände ein. Und irgenwann merkt man, das eine Hand nicht mehr so kräftig zugreifen kann. Dies sind klassische Symptome für das Karpaltunnelsyndrom (KTS). Durch eine Einengung des Medianusnervs im Karpaltunnel des Handgelenkes, wird Druck auf den Nerv ausgeübt. Das führt auf Dauer zu einer Reizung und letztendlich zur Schädigung des Nervs. Die Folge kann eine Muskelatrophie, also der Abbau von Muskelmasse sein.

1. Ursachen des Karpaltunnelsyndroms

Als Ursache kann eine Kompression des Nervens selbst gesehen werden, und oder der Blutgefäße, die ihn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Beides führt zu einer verminderten Leitfähigkeit des Nervens. Da Nerven wie eine Datenautobahn funktionieren, können Informationen nur noch unzureichend weitergeleitet werden.

Grundsätzlich können zwei Faktoren zur Entstehung des Syndroms führen:

  • Verkleinerung des Tunnels durch Tumore, Ganglien, Frakturen oder Luxationen

  • Vergrößerung des Tunnelinhaltes durch Tendovaginitis, aufgeschwollene Sehnen infolge von Rheuma oder Hypothyreose

 

Die Entstehung kann durch einen geburtlich verengten Tunnel, manuelle Arbeit, Brüche in Handgelenk oder Unterarm, Sehnenscheidenentzündung, Infektionen im Handbereich, Schwangerschaft oder kürzlich eingetretene Menopause begünstigt werden.

Es zeigt sich, dass Frauen dreimal häufiger betroffen sind als Männer.

 
 
 

2. Welche Symptome hat ein Karpaltunnelsyndrom?

  • Missempfinden (Ameisenlaufen, Einschlafen) der Hände

  • Kraftlosigkeit und Schwierigkeiten zu greifen

  • Schmerzen

  • Lähmungserscheinungen

  • Verminderter Tastsinn

Tätigkeiten wie festes Zugreifen beim Autofahren oder bei körperlicher Arbeit können die Symptome noch verstärken.

 

 

3. Schulmedizinische Therapie

Besteht ein Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom werden verschiedene funktionelle Tests durchgeführt, um einerseits die Daumenfunktion und damit das Greifen zu überprüfen, die Sensibilität der Handinnenfläche oder den Tastsinn des Patienten. Um die Schädigung des Nervens zu testen, wird die Nervenleitgeschwindigkeit an beiden Handgelenken im Seitenvergleich gemessen.
Therapiert wird anschließend mit Krankengymnastik, nächtlicher Ruhestellung des Handgelenks mit einer Schiene und zusätzlichen lokalen Injektionen von Kortikosteroiden.
Der letzte Weg wäre eine Erweiterung des Karpaltunnels durch einen operativen Eingriff, um den Druck vom Nerven zu nehmen.

 

 

4. Das Karpaltunnelsyndrom aus der Sicht des Osteopathen

Die wichtigste Erkenntnis aus der Osteopathie ist wohl die Tatsache, dass der Ort der Symptomatik nicht der Entstehungsort der Erkrankung und damit auch die Ursache sein muss. So ist in der Osteopathie nicht nur die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers wichtig, sondern auch seine komplexen Zusammenhänge.

Wie bereits oben beschrieben, kann das Karpaltunnelsyndrom einerseits durch eine Verengung des Tunnels, aber auch durch die Erweiterung des Tunnelinhaltes entstehen. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten.
Der Ursprung des Medianusnervs (Nervus Medianus) liegt in der Wirbelsäule. Die dort gebildeten Nervenfasern wandern über den seitlichen Halsbereich zur Achsel und lassen dort den Medianusnerv entstehen. Dieser zieht von dort bis hinunter zur Hand.

 

Wenn wir die Anatomie und den Weg des Nervens betrachten, so kommt für eine Störung des Nervens eine Vielzahl an Möglichkeiten in Betracht.

  • Wirbelblockaden oder Verrenkungen von WirbelkörpernEngpässe im Schultergürtel

  • Muskuläre Verspannungen zum Beispiel durch Stress

  • Stauungen von Blut und Lymphflüssigkeit die zum Anschwellen des Gewebes führen

  • Störungen der inneren Organe wie Leber, Galle, Magen oder Herz die auf den Nerven wirken

  • Vernarbungen

  • Fasziale Störungen

 

Aus rein osteopathischer Sicht ist es also mit einer lokalen Behandlung des KTS nicht getan. Die ganzheitliche Betrachtung des Körpers und die verschiedenen Behandlungsformen die parietal, viszeral und craniosacral auf den gesamten Körper ausgerichtet sind, bieten vielseitige Möglichkeiten, das Syndrom und seine Ursachen zu behandeln.

 

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