Arthrofibrose: Ursachen und Behandlung
Konservative und multimodale Therapie im Osteoversum Hamburg

Arthrofibrose ist eine komplexe Störung der Wundheilung nach einer Operation oder Verletzung eines Gelenks. Dabei bildet der Körper vermehrt Binde- und Narbengewebe. Das Gelenk wird zunehmend steif, schmerzhaft und weniger belastbar. Viele Betroffene beschreiben ein typisches „Schraubstockgefühl“.
Besonders häufig tritt Arthrofibrose nach Operationen am Knie auf, etwa nach einer Knieprothese, einer Kreuzband-Operation oder einer Meniskus- und Knorpeloperation. Grundsätzlich können aber auch Schulter, Ellenbogen, Hüfte oder Sprunggelenk betroffen sein.
Im Osteoversum Hamburg begleiten wir Patientinnen und Patienten mit Arthrofibrose konservativ und multimodal. Unser Ziel ist nicht, das Gelenk mit Druck beweglich zu machen. Im Mittelpunkt steht vielmehr, die Reizlage zu senken, die Gewebesituation zu verbessern und Bewegung wieder kontrolliert aufzubauen.
Was ist Arthrofibrose?
Bei einer Arthrofibrose kommt es zu einer überschießenden bindegewebigen Reaktion im Gelenk. Bindegewebszellen, sogenannte Fibroblasten und Myofibroblasten, bleiben überaktiv und produzieren mehr Gewebe, als für die normale Heilung sinnvoll wäre. Dadurch wird die Beweglichkeit des Gelenks nachhaltig eingeschränkt. Man spricht von einem sogenannten „Schraubstockgefühl“.
Gleichzeitig können Schmerzen und Schwellungen entstehen.

Was bei Arthrofibrose im Gelenk passiert:
Stellen Sie sich vor, sie hätten sich in den Finger geschnitten. Normalerweise beginnt der Körper sofort mit der Reparatur. Er schickt Zellen an die verletzte Stelle, bildet neues Gewebe und verschließt die Wunde. Nach einiger Zeit fährt dieses Reparaturprogramm wieder herunter. Die Narbe bleibt vielleicht sichtbar, aber die Heilung ist abgeschlossen. Bei der Arthrofibrose ist dieses Reparaturprogramm im Gelenk zu lange aktiv. Bei einer normalen Heilung wird immer nur so viel Reparaturmaterial verbaut, wie wirklich gebraucht wird.

Verletzung
Gewebe wird geschädigt
Reparatur
Der Körper baut Reparaturmaterial ein
Heilung abgeschlossen
Das Gewebe beruhigt sich wieder
Bei Arthrofibrose passiert aber ungefähr das:
Die Bauarbeiter hören nicht rechtzeitig auf. Sie bringen immer weiter Material ins Gelenk ein. Es entsteht mehr Bindegewebe, als sinnvoll wäre. Dieses zusätzliche Gewebe macht das Gelenk enger und weniger beweglich.
Deshalb entstehen typische Beschwerden:
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Das Gelenk lässt sich schlechter beugen oder strecken.
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Es fühlt sich gespannt oder eingeengt an.
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Es kann anschwellen, warm werden und schmerzen.
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Viele Betroffene beschreiben es wie einen Schraubstock um das Gelenk.


Der Körperkompass
Gesundheitswissen aus der Osteopathie-Praxis
Bestell-Nr. 1582ISBN-13: 978-3-8434-1582-8
248 Seiten, 154 x 205 mm, broschiert, mit zahlreichen farbigen Abbildungen
Typische Symptome einer Arthrofibrose
Die Beschwerden entwickeln sich häufig in den ersten Wochen oder Monaten nach einer Operation. Manche Patienten merken schon früh, dass sich das Gelenk anders verhält als erwartet. Andere berichten, dass die Beweglichkeit trotz Physiotherapie nicht besser wird oder sich sogar verschlechtert.
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Bewegungseinschränkung
Das Gelenk lässt sich zunehmen schlechter bewegen.
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Schwellung
Das Gelenk wirkt geschwollen und reagiert empfindlich.
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"Schraubstockgefühl"
Das Gelenk fühlt sich wie im Schraubstock an.
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Streck- oder Beugedefizit
Die vollständige Beugung und Streckung fehlt.
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Überwärmung
Das Gelenk füh sich wärmer an als normal.
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eingeschränkte Belastbarkeit
Alltag und Bewegung fallen schwerer.

Schmerzen bei Belastung
Beschwerden beim Gehen, Trainieren oder Aufstehen.
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Spannungsgefühl
Viele Betroffene spüren Druck im Gelenk.
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Schlechter nach Belastung
Nach intensiver Therapie oder Belastung nehmen Beschwerden zu.

Warnsignal: Wenn die Beschwerden trotz Physiotherapie nicht besser werden, oder sich sogar verschlimmern, sollte die Lage genauer beurteilt werden. Es könnte Arthrofibrose sein.
Primäre und sekundäre Arthrofibrose
Für die Behandlung ist wichtig zu unterscheiden, ob eine primäre oder sekundäre Arthrofibrose vorliegt.

Primäre Arthrofibrose
Bei der primären Arthrofibrose steht eine überschießende biologische Heilungsreaktion im Vordergrund. Das Gewebe reagiert übermäßig stark, bleibt gereizt und bildet zu viel Bindegewebe. Hier spielen Entzündungsprozesse, mechanischer Stress, Schmerz und vegetative Regulationsstörungen eine wichtige Rolle.

Sekundäre Arthrofibrose
Bei der sekundären Arthrofibrose gibt es dagegen häufig einen konkreten Auslöser, der abgeklärt werden muss. Dazu gehören zum Beispiel eine Fehlstellung der Prothese, Instabilität, eine mechanische Blockade, eine Zyklops-Läsion nach Kreuzband-Operation oder ein sogenannter Low-Grade-Infekt.

Diagnostik: Woran erkenne ich eine Arthrofibrose?
In den meisten Fällen treten bereits kurz nach der Operation, oder dem Unfall die ersten Symptome, wie Rötung und Schwellung auf. Im weiteren Verlauf lässt sich das betroffene Gelenk immer weniger beugen oder strecken. Ist das Kniegelenk betroffen, kommt es meist auch zu einer Unbeweglichkeit der Kniescheibe.
Die Symptome im Überblick:
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Rötung
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Schwellung
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Bewegungsabhängige Schmerzen
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Bewegungseinschränkungen
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„Schraubstockgefühl“
Wichtig ist vor allem, andere Ursachen auszuschließen. Dazu gehören:
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Infektionen
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CRPS, auch Morbus Sudeck genannt
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Prothesenlockerung
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Fehlstellung oder Fehlrotation einer Prothese
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neurologische Ursachen
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starke postoperative Entzündungsreaktionen
Je nach Situation können Röntgen, MRT, Ultraschall, Laborwerte oder eine orthopädische Zweitmeinung sinnvoll sein.
Unser Behandlungskonzept bei Arthrofibrose
Arthrofibrose ist selten ein rein mechanisches Problem. Deshalb reicht es meist nicht aus, nur am betroffenen Gelenk zu arbeiten. Im Osteoversum verfolgen wir einen multimodalen Ansatz, der mehrere Ebenen berücksichtigt.
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Reizreduktion
Zunächst wird die aktuelle Reizlage analysiert. Belastungen müssen so angepasst werden, dass das Gewebe nicht ständig erneut provoziert wird.
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Trainingstherapie
Bewegung wird schrittweise dosiert und funktionell wieder aufgebaut. So wird sichergestellt, dass das Gelenk nicht erneut fibrosiert.
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Gewebesituation verbessern
Lymphfluss, Durchblutung und vegetatives Nervensystem werden berücksichtigt
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Ernährung
Ernährung kann die Regeneration, den Stoffwechsel und stille Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen.
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Manuelle Behandlung
Wir betrachten nicht nur das betroffene Gelenk, sondern auch Faszien, Muskulatur, Narben, Knochen und Nervensystem.
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Matrix-Rhythmus-Therapie
Mit der Matrix-Rhythmuss-Therapie soll die Gewebeelastizität und die Mikrozirkulation sinnvoll unterstützt werden.
Was Sie selbst tun können
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MORGENS
Sanft starten
Das Gelenk langsam in Bewegung bringen. Keine ruckartigen oder intensiven Belastungen direkt nach dem Aufstehen.
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ÜBER DEN TAG
In Bewegung bleiben
Langes Sitzen und Stehen regelmäßig unterbrechen. Mehrere kurze Bewegungsphasen sind oft besser verträglich als eine lange Einheit.
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NACH BELASTUNG
Auf Warnzeichen achten
Auf Schwellung, Wärme, Druck und zunehmende Spannung achten. Die Reaktion des Knies entscheidet darüber, ob die Belastung angemessen war.
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AM ABEND
Kurz notieren
Kurz festhalten, welche Aktivitäten gutgetan haben und welche Beschwerden ausgelöst haben.
Haben Sie Fragen?
Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:
Tel.: 040 35771101
Mail: praxis@osteoversum.de

Sascha Bade |Medizinischer Leiter im Osteoversum
Wissenschaftliche Grundlagen und weiterführende Literatur zur Arthrofibrose
1. Arthrofibrose nach Knie-Endoprothetik
Ramos MS, Pasqualini I, Surace PA, et al.
Arthrofibrosis After Total Knee Arthroplasty: A Critical Analysis Review.
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Validation of proposed diagnostic criteria for complex regional pain syndrome. Pain.
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