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Rückenschmerzen: Ein Leitfaden für Betroffene -
und wie Osteopathie helfen kann.

Rückenschmerzen – fast jeder von uns hat sie irgendwann einmal erlebt. Sie können lästig sein, unseren Alltag beeinträchtigen und in manchen Fällen sogar alarmierend wirken. In diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick auf dieses allgegenwärtige Thema, bieten nützliche Tipps und Informationen und erklären, wie Osteopathie bei Rückenschmerzen helfen kann.

Akute Rückenschmerzen | Hamburg
Unspezifisch

Unspezifische oder spezifische Rückenschmerzen?

Zuerst ist es wichtig zu verstehen, dass Rückenschmerzen in zwei Hauptkategorien eingeteilt werden: unspezifische und spezifische Rückenschmerzen.

  • Unspezifische Rückenschmerzen: Dies ist die häufigste Art. Sie haben keine erkennbare körperliche Ursache wie eine Verletzung oder Krankheit. Stress, Haltung, Muskelverspannungen oder ein inaktiver Lebensstil können zu diesen Schmerzen beitragen.
     

  • Spezifische Rückenschmerzen: Sie sind weniger verbreitet und haben eine identifizierbare Ursache wie eine Verletzung, Entzündung, Nervenkompression oder Erkrankungen wie Bandscheibenvorfall oder Osteoporose.
     

  • Weitere mögliche Auslöser:

    • Schwangerschaft: Rückenschmerzen sind häufig während der Schwangerschaft aufgrund des zusätzlichen Gewichts und Drucks auf den Rücken.

    • Infektionen und Entzündungen: Seltener können Infektionen der Wirbelsäule oder der umliegenden Gewebe Schmerzen verursachen.

    • Tumore: In seltenen Fällen können Tumore im Rückenbereich Schmerzen verursachen.

    • Psychosomatische Faktoren: Stress, Angstzustände und Depression können ebenfalls Rückenschmerzen verschlimmern oder auslösen.

Akute oder chronische Rückenschmerzen? - Welche Ursachen gibt es?

Akut oder chronisch

Die Dauer der Schmerzen spielt eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Behandlung:
 

  • Akute Rückenschmerzen: Diese Schmerzen treten plötzlich auf und dauern in der Regel einige Tage bis zu wenigen Wochen. Häufige Ursachen können Muskelzerrungen oder -verletzungen, die durch Überbeanspruchung, falsche Bewegungen, Heben schwerer Gegenstände oder Unfälle entstanden sind. Allerdings können auch akute Rückenschmerzen das Resultat von lange bestehenden Dysfunktionen im Körper sein.  Das Schmerz auslösende spezifischen Ereignis war in diesem Fall nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
     

  • Chronische Rückenschmerzen: Diese Art von Schmerzen dauert länger als drei Monate und ist oft komplexer in der Behandlung. Chronische Rückenschmerzen können sich aus unbehandelten oder wiederholt auftretenden akuten Schmerzen entwickeln, aber sie können auch auf langfristige Probleme wie degenerative Erkrankungen (z.B. Arthritis), Fehlhaltungen, anhaltende Überbeanspruchung oder altersbedingte Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule zurückzuführen sein. Psychosoziale Faktoren wie Stress, Depressionen und Angstzustände können ebenfalls eine Rolle spielen, indem sie die Wahrnehmung des Schmerzes verstärken oder zu Muskelspannungen führen.

Frau mit Rückenschmerzen
Wa hilft bei akut

Was hilft bei akuten Rückenschmerzen?

Bei akuten Rückenschmerzen sind einfache Maßnahmen oft sehr wirksam:
 

  • Ruhe und Bewegung: Eine kurze Ruhephase kann hilfreich sein, um dem Rücken eine Pause zu geben und akute Schmerzen zu lindern. Es ist jedoch wichtig, zu lange Bettruhe zu vermeiden, da dies zu einer Schwächung der Rückenmuskulatur führen kann. Das Fehlen von Bewegung kann auch die Steifheit erhöhen und die Erholung verzögern. Leichte Aktivitäten und Bewegungen fördern hingegen die Durchblutung, was die Heilung unterstützen und Verspannungen lösen kann. Einfache Übungen, wie Spaziergänge oder sanftes Dehnen, können dabei helfen, die Flexibilität zu erhalten und die Muskeln zu stärken.
     

  • Wärme- oder Kältetherapie: Die Anwendung von Wärme, wie z.B. mit einem Wärmekissen, entspannt die Muskeln und fördert die Durchblutung, was zu einer Linderung von Muskelverspannungen und Schmerzen führen kann. Wärme kann auch die Beweglichkeit erhöhen und das Wohlbefinden steigern. Kältetherapie hingegen, beispielsweise durch Eispackungen, kann Entzündungen und Schwellungen reduzieren und wirkt als natürliches Schmerzmittel, indem sie die Nervenaktivität verlangsamt. Die Wahl zwischen Wärme- und Kältetherapie hängt oft von der Art des Schmerzes und persönlichen Vorlieben ab.
     

  • Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen können effektiv bei der Linderung von Rückenschmerzen helfen. Sie wirken, indem sie die Produktion von Substanzen im Körper hemmen, die für Entzündungen und Schmerzempfindungen verantwortlich sind. Dies kann besonders bei Schmerzen, die durch Entzündungen verursacht werden, hilfreich sein. Es ist jedoch wichtig, die Anweisungen zur Dosierung zu beachten und sich bewusst zu sein, dass NSAR-Nebenwirkungen haben können, besonders bei längerem Gebrauch.

Was hilft langfristig gegen Rückenschmerzen?

Was hlft langfristig

Für langfristige Linderung sind oft umfassendere Maßnahmen erforderlich:
 

  • Regelmäßige Bewegung: Sanfte Übungen wie Schwimmen, Yoga oder Pilates sind besonders effektiv für den Rücken. Diese Aktivitäten stärken die Rumpfmuskulatur, die für die Stabilisierung der Wirbelsäule wichtig ist. Eine starke Rückenmuskulatur entlastet die Bandscheiben und Gelenke und kann so zukünftigen Schmerzen vorbeugen. Zudem verbessern diese Übungen die Flexibilität und Balance, was die allgemeine Körperhaltung verbessert und das Risiko von Rückenproblemen verringert. Regelmäßige Bewegung fördert außerdem die Durchblutung, was zur Heilung von Gewebeschäden beitragen kann.
     

  • Gewichtsmanagement: Übergewicht übt zusätzlichen Druck auf die Wirbelsäule und die Gelenke aus, was zu Rückenschmerzen führen kann.
    Meinung des Autoren (Sascha Bade): Gewichtsreduzierung ist nahezu immer die erste Empfehlung, die übergewichtige Menschen bekommen, wenn sie aufgrund von Rückenschmerzen vorstellig werden. Die Zusammenhänge sind auch definitiv nicht von der Hand zu weisen. Für den Betroffenen ist es aber sehr frustrierend, wenn er ausschließlich auf sein Gewicht reduziert wird. Zumal die Umsetzung für viele Menschen nicht so einfach ist. Hier kommen viele Faktoren zusammen und aus Sicht des Autoren lohnt sich eine individuelle Beratung.

     

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihres Tages am Schreibtisch, wodurch eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes entscheidend ist, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Ein ergonomisch gestalteter Stuhl unterstützt die natürliche Krümmung der Wirbelsäule, während eine korrekte Anordnung von Monitor, Tastatur und Maus dazu beiträgt, eine gute Haltung zu fördern. Regelmäßige Pausen, in denen man aufsteht und sich bewegt, helfen ebenfalls, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern.

Warum ist Osteopathie sinnvoll, wenn ich Rückenschmerzen habe?

Warum Osteopatie

Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsform, die sich nicht nur auf die Symptome, sondern auf den gesamten Körper konzentriert. Durch die vielfältigen Ursachen von Rückenschmerzen ist eine umfassende Diagnostik unumgänglich. Der ausschließliche Blick auf die Röntgen-Aufnahme oder das MRT-Bild ist meistens nicht aussagekräftig genug, da hier meistens nur das Umgebungsgebiet der schmerzhaften Zone betrachtet wird.

Warum ist es wichtig, den gesamten Menschen diagnostisch zu betrachten?

Ich möchte hier anhand eines Beispiels verdeutlichen, wie es zu Rückenschmerzen kommen kann, ohne dass der Auslöser im Rücken liegt:

Lumbale Rückenschmerzen durch den falschen Biss

Wenn Sie nachts mit den Zähnen knirschen oder pressen, arbeiten sehr kräftige Muskeln. Im Verhältnis zur Größe handelt es sich bei Ihrer Kaumuskulatur und im speziellen beim Musculus Masseter um die kräftigsten Muskeln in Ihrem Körper. Wenn jetzt noch ein ungleichmäßiger biss hinzukommt, entstehen Fehlstatiken, die sich zuerst in die Halswirbelsäule und den Nacken fortsetzen.

Vielleicht bekommen Sie dadurch auch Nackenschmerzen. Wenn es nun zu Fehlstellungen der Halswirbel kommt, können auch die Nerven betroffen sein. Diese Nerven versorgen Muskeln, zu denen auch der große Rückenmuskel „Musculus latissimus dorsi“ gehört. Dieser Muskel verläuft über den gesamten Rücken bis nach unten zum Kreuzbein, wo er befestigt ist.

Durch den eingeklemmten Nerv kann es zur Muskelverspannung kommen, was in dieser Folge den lumbalen Rückenschmerz verursacht.

Im Osteoversum arbeiten wir zudem multimodal und interdisziplinär. Neben der osteopathischen und chiropraktischen Behandlung ergänzen wir den Behandlungsfahrplan gerne durch trainingstherapeutische Übungen, sowie spezielle Verhaltensempfehlungen für den Alltag. Vervollständigt wird dies durch Ernährungsberatung und Nährstoffdiagnostik. Frei nach Hippokrates: „Lass die Nahrung deine Medizin sein“

Im Zuge eines interdisziplinären Austauschs arbeiten wir gerne mit Ihrem bestehenden Ärzte- und Therapeutenteam zusammen. Denn gemeinsam erreicht man immer mehr.

Haben Sie Fragen zum Artikel?

 

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:

Tel.: 040 688759966

Mail: praxis@osteoversum.de

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