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Die Leber: Ein faszinierendes Organ für alle Osteopathen

Die Leber aus osteopathischer Sicht

Die Leber zählt zu den wichtigsten Stoffwechselorganen im Körper. Sie befindet sich unter den Rippen im rechten Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell. Die Funktionen der Leber sind sehr vielseitig und lebenswichtig. Zum einen kann sie Nährstoffe bei Bedarf speichern und an den Körper freigeben. Aufgrund dieser Regulationsfähigkeit der Nährstoffe durch dieses Organ kann der Mensch problemlos 24-stündige Nahrungspausen überbrücken. Eine weitere Funktion der Leber ist die Entgiftung, somit können Giftstoffe wie Alkohol oder Medikamente im Leberorgan so umgebaut werden, dass sie vom Körper ausgeschieden werden können. Eine relativ unbekannte Funktion der Leber ist die Synthetisierung von Eiweißen, die beispielsweise für die Blutgerinnung genutzt werden können. Zuletzt reguliert sie die Gallenflüssigkeit, die bei der Verdauung von Fetten im Körper von Bedeutung ist. In diesem Beitrag möchten wir einen kleinen Einblick über die Leber aus Sicht der Osteopathie geben und Ihnen aufzeigen, was Sie für eine gesunde Leberfunktion tun können.

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Wie ist die Leber aufgebaut?

Die Leber ist ein wirklich sehr interessantes Organ, das bei gesunden Menschen bis zu 20 cm lang und 10 cm breit sein kann und ein Gewicht von 1,6 bis 1,8 kg erreicht. Überdies hat sie meist eine braunrote Farbe und lässt sich in einen rechten größeren Leberlappen und einen linken kleineren Leberlappen unterteilen. Von außen ist das Organ hierbei zum Schutz durch eine Bindegewebskapsel überzogen, die wiederum komplett vom Bauchfell bedeckt ist.


Das Innenleben des Leberorgans ist wegen der Vielzahl der Funktionen sehr komplex und besteht aus 8 Segmenten. Jedes dieser Segmente hat ihre Aufgabe und besteht aus ein bis zwei Millimeter großen Leberläppchen, die größtenteils aus Leberzellen bestehen. Zwischen den Leberzellen befinden sich kleine Blutgefäße.

Leber Anatomie
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Die häufigsten Lebererkrankungen

Die Leber ist eines der wenigen Organe, dass keine eigenen Schmerzrezeptoren hat. Somit tut es nicht weh, wenn die Leber überlastet ist und nicht mehr gut arbeiten kann. Frühe indirekte Anzeichen einer Überlastung des Organes, wie chronische Müdigkeit, starke Reizbarkeit, trockene Haut mit Juckreiz, geschwollene Augen, permanente Übergewichtigkeit, Bluthochdruck sowie regelmäßige Übelkeit werden häufig anderen Ursachen zugeschrieben. Aus diesem Grund bleiben zahlreichen Lebererkrankungen oftmals lange unerkannt. Einige möchten wir hier nun kurz vorstellen

Fettleber - Steatosis hepatis

Wird die Leber dauerhaft, beispielsweise durch Alkoholkonsum, ungesundem Lebensstil, falsche Ernährung durch zu viel Zucker und Kohlenhydrate sowie Medikamenten überfordert, kann es zur übermäßigen Einlagerung von Fettzellen in das Organ kommen. Diese Erkrankung ist die häufigste Lebererkrankung und wird in der Umgangssprache als Fettleber (Steatosis hepatis) bezeichnet.

Leberentzündung - Hepatitis

Die Leberentzündung, auch Hepatitis genannt, kann aus sehr vielen Ursachen entstehen. Die wahrscheinlichste Ursache ist die bekannte Virusinfektion Hepatitis A-E, gegen die man sich zum Teil auch prophylaktisch impfen kann. Eine Leberentzündung kann sich entweder nach kurzer Zeit ausheilen oder eben chronisch verlaufen. Weitere Ursachen für eine Leberentzündung können Autoimmunerkrankungen, übermäßiger Alkoholkonsum, Pilzvergiftungen sowie Medikamente und Drogen sein.

Leberzirrhose

Generell besitzt die Leber eine unglaubliche Fähigkeit der Regeneration. Somit kann man einen Teil der Leber entfernen und er bildet sich innerhalb von wenigen Monaten wieder vollständig zurück. Jedoch kann bei einer chronischen Lebererkrankung, wie beispielsweise einer lang andauernden Fettleber, das Lebergewebe dauerhaft beschädigt und zerstört werden. Hierbei werden normale Leberzellen schrittweise in nicht funktionale Zellen umgewandelt, sodass die Leber ihre Aufgaben der Regulation von Nährstoffen und der Entgiftung nicht mehr wahrnehmen kann. Das Lebergewebe vernarbt und schrumpft, was zum kompletten Funktionsverlust des Organs führen kann. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, besteht jedoch eine Chance der Heilung.

Leberkrebs

Eine sehr seltene, aber nicht weniger schlimme Erkrankung ist der Leberkrebs, bei dem sich Tumore in dem Leberorgan bilden. Im Verlaufe einer Leberkrebserkrankung kommt es zu einem bösartigen und unkontrollierbaren Wachstum der Leberzellen, die die Funktionsfähigkeit des Leberorgans einschränken können. Hierbei können einerseits die Lebertumore durch Metastasen, also Tumore anderer Organe entstehen. Andererseits kann eine Fettleber durch die genannten Krankheiten Leberzirrhose, Hepatitis und Fettleber entstehen und als Primärtumor entstehen. Im Frühstadium ist Leberkrebs heilbar.

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Die Leber aus Sicht der Osteopathie – Wann ist eine Behandlung sinnvoll?

Für die Behandlung der Leber ist vor allem die viszerale Osteopathie als Behandlungsform interessant. Hierbei konzentriert man sich bei der Therapie auf Bewegungsstörungen der inneren Organe und umgebenden Gewebe. Des Weiteren ist fast jedes innere Organ sowie Muskelzellen von sogenannten Faszien, also Bindegewebsstrukturen umgeben, die man im Rahmen der Therapie behandelt werden. Dabei zeigt sich die Leber-Dysfunktion meist durch körperliche Symptome. Dies können unter anderem Schmerzen im Bauch, Hals oder Rücken sein. Es bildet sich hierbei eine sogenannte fasziale Verbindung zwischen der Ursache (der Lebererkrankung) und dem Symptom (Schmerzen im Rücken).

Osteopathie für die Leber

Hepatitis aus Sicht der Osteopathie

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Nehmen wir beispielhaft die Leberentzündung. Diese führt zu einer Bewegungsstörung des Organs. Diese Bewegungsstörung kann sich über das Rippenfell bis zum oberen Teil des Brustfells ausbreiten. Über die zervikopleuralen Bänder, die unsere Lunge mit der Halswirbelsäule verbinden, kann es zu Schmerzen und Fehlstellungen des Halswirbels kommen. Die eigentliche Ursache der Leberentzündung wird also zu einem Symptom, das weit vom Zentralorgan entfernt ist.

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Wann sollte die Osteopathie nicht angewendet werden?

Eine osteopathische Behandlung ist bei Symptomen der Lebererkrankung wie beispielsweise Schmerzen im Bauch, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, etc. sehr sinnvoll. Liegt jedoch eine schwerwiegende Lebererkrankung wie beispielsweise eine Leberkrebserkrankung oder eine akute Leberentzündung vor, sollte keine osteopathische Behandlung erfolgen. In diesem Fall muss in erster Instanz eine schulmedizinische Abklärung, sowie Behandlung erfolgen. Eine osteopathische Behandlung kann hier in Absprache mit den behandelnden Ärzten erfolgen.

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Tipps für eine gesunde Leber

Wir können unserer Leber helfen, gesund und leistungsfähig zu bleiben. Im Folgenden finden Sie einige Tipps, wie Sie Ihre Leber unterstützen:

  1. Ausgewogene Ernährung: Eine vielfältige und ausgewogene Ernährung ist essenziell. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte enthalten wichtige Nährstoffe, Vitamine und Antioxidantien, welche die Leberzellen vor Schädigungen schützen und die Regeneration unterstützen können.
     

  2. Wasser trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft dabei, Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden. Dies entlastet die Leber und fördert ihre Funktion. Es wird empfohlen, täglich mindestens 2 Liter Wasser zu trinken.
     

  3. Alkoholkonsum einschränken: Übermäßiger Alkoholkonsum kann zu Leberschäden führen. Es ist ratsam, wenn überhaupt, Alkohol nur in Maßen zu konsumieren und alkoholfreie Tage einzulegen.
     

  4. Körperliche Aktivität: Bewegung regt den Stoffwechsel an und unterstützt die Leber bei der Verarbeitung und Ausscheidung von Schadstoffen. Besonders das Spazierengehen führt zu einer besseren Durchblutung der Leber. Aber auch Radfahren und Schwimmen haben positive Effekte.
     

  5. Medikamente mit Bedacht einnehmen: Einige Medikamente können, insbesondere bei längerer Einnahme oder in hohen Dosen, die Leber belasten. Es ist ratsam, Medikamente nur nach Absprache mit einem Arzt einzunehmen und auf Wechselwirkungen zu achten.

  1. Kaffee: Studien haben gezeigt, dass moderater Kaffeekonsum positive Effekte auf die Leber haben und beispielsweise das Risiko für Lebererkrankungen senken kann.

 

  1. Leberwickel: Leberwickel sind eine traditionelle Anwendung zur Unterstützung der Lebergesundheit. Dabei wird ein in warmes Wasser getauchtes Tuch um den Bauch gewickelt. Dies kann die Durchblutung im Leberbereich fördern und somit die Selbstreinigung der Leber unterstützen.

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