Osteopathie & Tinnitus: Ist Ihr Kiefergelenk schuld?

Tinnitus kann viele Ursachen haben. Zu diesem Thema haben wir in einem anderen Beitrag bereits ausführlich informiert.

Hier soll es spezifisch um das Kiefergelenk als auslösenden Faktor gehen.
Zudem haben wir einen Test, mit dem Sie sofort herausfinden können, wie wahrscheinlich ein Zusammenhang in Ihrem Fall ist.

"Häufig gibt es einen Zusammenhang zwischen Ohr und Kiefergelenk."

Generell sollten wir erstmal differenzieren, um was für ein Geräusch es sich handelt. Ist es eher ein Rauschen, oder ein Pfeifen? Handelt es sich eher um ein Rauschen, könnte auch die Arteria vertebralis als Auslöser in Frage kommen.

Bei fast 10% der Tinnituspatienten gibt es jedoch einen Zusammenhang zwischen Ohr und Kiefergelenk.

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Unser Ohr wird anatomisch in drei Abschnitte unterteilt:

Das Aussenohr: Wie der Name schon sagt, handelt es sich um den äußeren Teil des Ohres. Es setzt sich zusammen aus der Ohrmuschel, dem ausseren Gehörgang und dem Trommelfell. Die Funktion des Aussenohr ist, Schallwellen aufzufangen und in das Ohr weiterzuleiten.

Das Mittelohr: Im mittleren Teil des Ohres, der zwischen dem Trommelfell und dem sogenannten ovalem Fenster liegt, erfolgt die mechanische Schallleitung. Diese wird von drei kleinen Knöchelchen übernommen: Hammer, Amboss und Steigbügel. Diese kleinen Knochen greifen wie die Zahnräder einer Uhr ineinander und leiten den Schall „mechanisch“ zum Innenohr weiter.

Das Innenohr: Hier liegen zwei unserer wichtigsten Sinnesorgane. Das Vestibularorgan, das wichtig ist für unser Gleichgewicht und die Hörschnecke (Cochlea), in der Schallwellen aufgenommen werden.

Wieso kann das Kiefergelenk einen Tinnitus verursachen?

Wird der Tinnitus durch das Kiefergelenk verursacht, kommt es zu Problemen im Mittelohr. Hier hat der Hammer eine Verbindung zur Kapsel des Kiefergelenks, sowie zur Sehne eines Kiefermuskels. Die genauen anatomischen Zusammenhänge habe ich im Kasten beschrieben.

Beim erwachsenen Menschen verbindet das Lig. discomalleare (Pinto´s Ligament) den Kopf des Hammers mit der Sehne des äußeren Flügelmuskels (M. pterygoideus lateralis) und dem Discus artikularis (Meniskus am Kiefergelenk).

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Auf diese Weise können Bissveränderungen und generalisierte Spannungszustände in der Kieferregion zu Irritationen bei der Schallleitung führen, was dann einen Tinnitus auslösen kann.
 

Mit diesem Wissen gilt es nun herauszufinden, ob die Ursache für den Tinnitus im Kiefer zu finden ist, oder nicht.

Mit diesem einfachen Test können Sie herausfinden, ob es bei Ihnen einen Zusammenhang zwischen dem Tinnitus und Ihrem Kiefergelenk gibt:
 
  1. Schieben Sie Ihren Unterkiefer nach vorne. Dabei geben Sie aber mit der Hand einen manuellen Widerstand.

  2. Verändert sich nun das Geräusch im Ohr besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen Kiefer und Tinnitus.

  3. Zur weiterführenden Diagnostik sollten Sie nun einen entsprechend geschulten Osteopathen oder Physiotherapeuten aufsuchen, damit die Beschwerden grundsätzlich behandelt werden.

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