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10 kuriose Fakten über das Herz, die Sie garantiert noch nicht kannten

vor 21 Stunden
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 26 Minuten

Unser Herz ist viel mehr als eine Pumpe. Es produziert Hormone, reagiert auf Glücksgefühle und überrascht mit Fähigkeiten, die kaum jemand kennt.


10 kuriose Fakten über das Herz, die Sie garantiert noch nicht kannten
Rund 100.000 Herzschläge am Tag, ein eigener Taktgeber und erstaunliche Fähigkeiten: Unser Herz ist weit mehr als eine Pumpe.

Inhaltsverzeichnis:



Es schlägt rund 100.000-mal am Tag, pumpt Tausende Liter Blut durch unseren Körper und arbeitet selbst dann weiter, wenn wir tief schlafen. Unser Herz ist ein echtes Hochleistungsorgan. Doch seine Ausdauer ist längst nicht die einzige Besonderheit. Wussten Sie beispielsweise, dass das Herz eigene Hormone produziert, sich teilweise selbst erneuern kann und sogar große Glücksgefühle gefährlich werden können? Zehn erstaunliche Fakten über ein Organ, ohne das nichts geht.



1. Auch Glück kann das Herz brechen

Dass Liebeskummer aufs Herz schlagen kann, ist mehr als eine Redewendung. Beim sogenannten Broken-Heart-Syndrom kommt es durch außergewöhnliche emotionale Belastungen zu einer plötzlich auftretenden Funktionsstörung des Herzmuskels. Die Beschwerden können einem Herzinfarkt ähneln.


Doch wussten Sie, dass auch besonders schöne Erlebnisse eine solche Reaktion auslösen können? Eine Hochzeit, ein überraschendes Wiedersehen oder ein großer persönlicher Erfolg können in seltenen Fällen zum sogenannten Happy-Heart-Syndrom führen.


Forscher vermuten, dass dabei eine übermäßige Ausschüttung von Stresshormonen eine wichtige Rolle spielt. In einer Untersuchung mit 2.482 Betroffenen hatten 37 Personen zuvor ein außergewöhnlich positives emotionales Ereignis erlebt. Das entspricht gerade einmal 1,5 Prozent. Sie können sich also weiterhin unbesorgt freuen. Das Phänomen ist ausgesprochen selten.



2. Das Herz braucht das Gehirn nicht, um zu schlagen

Eigentlich gehen wir davon aus, dass unser Gehirn sämtliche Körperfunktionen steuert. Beim Herzschlag ist das nur bedingt richtig. Das Herz besitzt nämlich einen eigenen Taktgeber.

Im Sinusknoten entstehen elektrische Impulse, die den Herzmuskel regelmäßig zusammenziehen lassen. Das funktioniert auch ohne direkte Befehle aus dem Gehirn.


Das zeigt sich auch nach einer Herztransplantation. Obwohl die ursprünglichen Nerven durchtrennt wurden, schlägt das transplantierte Herz weiter. Das Gehirn beeinflusst zwar, wie schnell unser Herz schlägt, beispielsweise bei Aufregung oder körperlicher Anstrengung. Den eigentlichen Rhythmus erzeugt das Herz jedoch selbst.



3. Unser Herz produziert eigene Hormone

Das Herz ist nicht nur eine Pumpe, sondern gleichzeitig eine kleine Hormondrüse. Tatsächlich stellt es Botenstoffe her, die unseren Blutdruck und den Flüssigkeitshaushalt regulieren.

Dazu gehören die Hormone ANP und BNP. Wird das Herz durch eine größere Blutmenge stärker gedehnt, kann es diese Stoffe vermehrt ausschütten. Sie geben unter anderem den Nieren das Signal, mehr Salz und Wasser auszuscheiden.


Auf diese Weise hilft das Herz dabei, das Blutvolumen und den Blutdruck zu regulieren.

Es kümmert sich also nicht nur darum, dass das Blut an die richtige Stelle gelangt, sondern mischt auch bei der Frage mit, wie viel Flüssigkeit überhaupt durch unseren Kreislauf fließen soll.


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4. Das Herz füllt täglich 50 Badewannen

Was würden Sie schätzen, wie viel Blut Ihr Herz innerhalb eines Tages bewegt? 100 Liter? Vielleicht 500? Tatsächlich sind es bei einem Erwachsenen in Ruhe durchschnittlich rund 7.000 bis 8.000 Liter. Das entspricht ungefähr 50 Badewannen mit jeweils 150 Litern Fassungsvermögen.


Dabei schlägt unser Herz etwa 100.000-mal täglich. Innerhalb von 70 Jahren kommen so mehr als 2,5 Milliarden Herzschläge zusammen. Und das alles, ohne dass wir uns darum kümmern müssen. Selbst nachts, wenn wir schlafen, versorgt es unsere Organe zuverlässig mit Sauerstoff und Nährstoffen. Nur bei seiner Arbeit ist das Herz ausgesprochen anspruchsvoll: Es benötigt selbst eine kontinuierliche Sauerstoffversorgung, weshalb die Herzkranzgefäße so wichtig sind.



5. Was wir als Herzschlag hören, sind eigentlich Ventilgeräusche

Das vertraute „Bumm-Bumm“ kennt jeder. Aber was verursacht dieses Geräusch?

Es ist nicht, wie viele vermuten, das Geräusch des sich zusammenziehenden Herzmuskels. Die beiden Herztöne entstehen hauptsächlich durch Schwingungen, die mit dem Schließen der Herzklappen zusammenhängen.


Unser Herz besitzt vier solcher Klappen. Sie sorgen dafür, dass das Blut immer in die richtige Richtung fließt. Der erste Herzton entsteht zu Beginn der Anspannungsphase der Herzkammern, wenn sich die Klappen zwischen Vorhöfen und Kammern schließen. Beim zweiten Herzton schließen die Klappen an den Ausgängen der beiden Herzkammern.


Wer sein Herz mit einem Stethoskop abhört, hört damit vor allem die Arbeit eines erstaunlich präzisen Ventilsystems.



6. Das Herz kann sich selbst reparieren.

"Ein Herz kann man nicht reparieren" das sang bereits Udo Lindenberg. Und auch in der Wissenschaft ging man lange Zeit davon aus, dass sich die Zellen unseres Herzmuskels nach der Geburt praktisch nicht mehr erneuern können.


Heute wissen wir, dass das nicht ganz stimmt. Forscher konnten nachweisen, dass auch im Erwachsenenalter neue Herzmuskelzellen entstehen. Bei jungen Erwachsenen werden jährlich ungefähr ein Prozent der Zellen erneuert. Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Anteil auf weniger als 0,5 Prozent.


Besonders kurios ist die Methode, mit der die Wissenschaftler das herausfanden. Sie nutzten radioaktiven Kohlenstoff, der durch oberirdische Atomwaffentests in den 1950er- und 1960er-Jahren in die Atmosphäre gelangt war. Anhand dieser Spuren konnten sie das Alter einzelner Zellen bestimmen.


Allerdings ist die Regenerationsfähigkeit des Herzens begrenzt. Größere Schäden, beispielsweise nach einem Herzinfarkt, kann es nicht einfach vollständig reparieren.



7. Mit jedem Atemzug verändert sich unser Herzschlag

Probieren Sie einmal Folgendes aus: Legen Sie zwei Finger auf Ihr Handgelenk und fühlen Sie Ihren Puls. Atmen Sie anschließend langsam und gleichmäßig ein und aus. Vielleicht bemerken Sie, dass Ihr Herz beim Einatmen etwas schneller schlägt und beim Ausatmen wieder langsamer wird.


Dieses Phänomen heißt respiratorische Sinusarrhythmie und ist vollkommen natürlich.

Verantwortlich dafür ist das Zusammenspiel zwischen Atmung, Herz und vegetativem Nervensystem. Besonders der Vagusnerv, ein wichtiger Bestandteil des Parasympathikus, beeinflusst dabei die Herzfrequenz.


Bei jungen, gesunden Menschen ist dieser Effekt häufig besonders ausgeprägt. Die Veränderungen sind also normalerweise keine gefährlichen Herzrhythmusstörungen, sondern ein Zeichen dafür, wie flexibel unser Körper auf die Atmung reagiert.



8. Unser Herz sitzt gar nicht wirklich links

Fragt man Menschen, wo sich ihr Herz befindet, legen die meisten ihre Hand auf die linke Brustseite. Ganz richtig ist das allerdings nicht.


Anatomisch liegt unser Herz größtenteils hinter dem Brustbein, zwischen den beiden Lungenflügeln. Es ist lediglich etwas nach links verlagert.

Weil die Herzspitze nach links unten zeigt, lässt sich der Herzschlag dort häufig besonders gut ertasten.


Übrigens ist auch unsere Lunge an diese Platzverhältnisse angepasst. Der linke Lungenflügel besitzt nur zwei Lappen, während der rechte drei hat. Außerdem hat die linke Lunge eine Einbuchtung, die Platz für das Herz schafft.



9. Kraken haben gleich drei Herzen

Während wir Menschen mit einem einzigen Herzen auskommen müssen, besitzen Kraken gleich drei davon. Zwei Herzen pumpen das Blut durch die Kiemen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Das dritte Herz verteilt das sauerstoffreiche Blut anschließend im übrigen Körper.


Noch ungewöhnlicher wird es bei der Fortbewegung. Wenn ein Krake schwimmt, wird die Arbeit seines Körperherzens zeitweise stark eingeschränkt. Das macht Schwimmen für ihn vergleichsweise anstrengend. Deshalb kriechen Kraken häufig lieber über den Meeresboden.


Und als wären drei Herzen nicht schon außergewöhnlich genug, haben diese Tiere auch noch blaues Blut. Der Grund ist ein kupferhaltiger Blutfarbstoff namens Hämocyanin. Beim Menschen übernimmt dagegen eisenhaltiges Hämoglobin den Sauerstofftransport.



10. Das langsamste Herz schlägt nur zweimal pro Minute

Zum Abschluss lohnt sich ein Blick auf die größten und kleinsten Herzen der Tierwelt.

Wissenschaftler haben bei einem tauchenden Blauwal eine Herzfrequenz von gerade einmal zwei Schlägen pro Minute gemessen. Während der Tauchgänge lag sie häufig zwischen vier und acht Schlägen. An der Wasseroberfläche stieg der Puls dagegen auf bis zu 37 Schläge pro Minute.


Ganz anders sieht es beim Kolibri aus. Das Herz dieser winzigen Vögel kann während des Fliegens mehr als 1.200-mal pro Minute schlagen. Das sind 20 Herzschläge in einer einzigen Sekunde!

Der Grund für diese gewaltigen Unterschiede liegt vor allem im Energiebedarf und in den körperlichen Anpassungen der Tiere. Während der Blauwal beim Tauchen möglichst sparsam mit seinem Sauerstoff umgehen muss, benötigt der Kolibri für seinen extrem schnellen Flügelschlag enorme Mengen Energie.


Ob winziger Kolibri oder riesiger Blauwal, das grundlegende Prinzip ist immer dasselbe: Ein Herz hält den Kreislauf in Bewegung und ermöglicht damit das Leben.

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