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Kinderosteopathie: Wann ist eine osteopathische Untersuchung sinnvoll?

Aktualisiert: 18. Jan.

Viele Eltern stellen sich früher oder später die Frage, ob ein osteopathischer Check für ihr Kind sinnvoll sein könnte. Besonders bei Dreimonatskoliken, Schlafstörungen, immer wiederkehrenden Infekten oder auffälligen Kopf- und Kieferformen taucht dieser Gedanke häufig auf.

In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, in welchen Situationen ein osteopathischer Blick hilfreich sein kann, wo die Grenzen der Methode liegen und woran Sie eine seriöse kinderosteopathische Praxis erkennen.


Kinderosteopathie: Wann ist ein osteopathischer Check sinnvoll?
Ein ganzheitlicher Blick auf Bewegung, Haltung und Reifung steht im Mittelpunkt der Kinderosteopathie.

Inhaltsverzeichnis:



Was ist Kinderosteopathie?

Osteopathie betrachtet den Körper als funktionelle Einheit. Muskeln, Knochen, Organe, Nerven und Faszien stehen in enger Wechselwirkung. Voraussetzung für Gesundheit ist, dass sich das Gewebe frei bewegen und anpassen kann. Wo diese Beweglichkeit eingeschränkt ist, können Beschwerden entstehen.


Kinderosteopathen übertragen dieses Grundverständnis auf die besonderen Bedingungen von Wachstum und Entwicklung. Eine schwierige Geburt, oder ein komplizierter Schwangerschaftsverlauf können Spannungsmuster hinterlassen, die der kindliche Körper zunächst kompensiert. Mit der Zeit können sie jedoch sichtbar oder spürbar werden.

In der Behandlung werden diese Spannungen aufgespürt und gelöst. Ein ausführliches Gespräch zu Beginn gehört immer dazu, ebenso die Einordnung bereits erfolgter kinderärztlicher Untersuchungen.



Wann sollte man einen Kinderosteopathen aufsuchen?

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper befindet sich in einem ständigen Entwicklungs- und Reifungsprozess und reagiert oft sensibler auf innere und äußere Reize. Eltern suchen das Osteoversum in daher gerne auf, weil sie das Gefühl haben, dass „etwas nicht rund läuft“, ohne dies klar benennen zu können.


Typische Anlässe sind ein sehr unruhiges Baby mit häufigem Schreien, Schlafprobleme, wiederkehrende Infekte, Still- oder Saugschwierigkeiten, auffällige Kopf- oder Kieferformen sowie Veränderungen von Haltung oder Gangbild. Auch Zehenspitzengang, deutliche Schiefhaltungen oder ein ausgeprägter Rundrücken können Fragen aufwerfen.

Wichtig: Osteopathie ersetzt keine kinderärztliche Diagnostik. Wir arbeiten gerne mit Ihren behandelnden Kinderärzten zusammen.



Dreimonatskoliken und Verdauungsprobleme

Der Begriff „Dreimonatskoliken“ beschreibt kein klar definiertes Krankheitsbild, sondern einen Symptomkomplex aus anhaltendem Schreien, vor allem in den Abendstunden, einem häufig aufgeblähtem Bauch und einem sichtbar angespannten Baby. Für Eltern ist diese Phase oft extrem belastend.

Mögliche Ursachen reichen von einem unreifen Verdauungssystem über eine noch unausgereifte nervale Regulation bis hin zu Spannungen im Bereich von Zwerchfell, Bauchraum, Wirbelsäule oder Kiefer. Osteopathisch werden genau diese Strukturen untersucht. Ziel ist es, Druck und Spannungen zu reduzieren, damit sich Verdauung und Nervensystem besser regulieren können.


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Schlafstörungen, Unruhe und exzessives Schreien

Wenn Ihr Baby dauerhaft unruhig, schreckhaft oder schwer beruhigbar ist, kann das Ausdruck einer Reizüberforderung sein, aber auch mit körperlichen Spannungen zusammenhängen. In der osteopathischen Betrachtung spielen insbesondere Kopf- und Nackenregion, Zwerchfell, Brustkorb sowie Becken und Wirbelsäule eine Rolle. Nach schwierigen oder sehr schnellen Geburten kann das Nervensystem in einer Art Daueranspannung verbleiben. Ziel der Behandlung ist es, diese Spannungen zu lösen und dem Körper das „Zur-Ruhe-Kommen“ zu erleichtern.



Häufige Infekte und Mittelohrentzündungen

Gerade in den ersten Lebensjahren sind Infekte nicht ungewöhnlich. Als Eltern sollten Sie jedoch hellhörig werden, wenn Infekte sehr häufig auftreten, sich lange hinziehen oder immer wieder zu Mittelohrentzündungen führen.

Aus osteopathischer Sicht sind Spannungen im Bereich der Schädelbasis, des Kiefers, der Halswirbelsäule sowie der umgebenden Muskulatur eine mögliche Ursache. Diese können die Belüftung des Mittelohres und den Lymphabfluss beeinflussen. Unsere Behandlung hat dann das Ziel, diese Strukturen beweglicher zu machen und damit die natürlichen Regulationsmechanismen zu unterstützen.

Selbstverständlich sind auch hier weiterführende Hörtests und HNO-ärztliche Abklärung unverzichtbar. Osteopathie versteht sich als begleitende Maßnahme.





Schädel- und Kieferasymmetrien

Ein abgeflachter Hinterkopf, eine ausgeprägte Lieblingsseite oder ein schiefer Kopfstand fallen vielen Eltern früh auf. Ursachen können Lagerung, muskuläre Spannungen oder Einflüsse rund um die Geburt sein.

Auch Still- und Saugprobleme hängen häufig mit der Beweglichkeit von Kiefergelenken, Zunge und Schädelbasis zusammen. Osteopathische Behandlung arbeitet hier mit sehr sanften Techniken, um Beweglichkeit zu verbessern und überlastete Muskelketten zu entspannen. Oft ist die Zusammenarbeit mit Stillberatung, Logopädie oder kinderzahnärztlicher Betreuung sinnvoll.



Wachstum, Haltung und Gangbild

Im Wachstum können vorübergehende Haltungsauffälligkeiten vorkommen. Nicht jede Abweichung ist hier direkt behandlungsbedürftig. Ein genauer Blick lohnt sich jedoch bei deutlichen Schiefständen, anhaltendem Zehenspitzengang oder zunehmenden Fehlhaltungen. Im Osteoversum kontrollieren wir dann die Beckenstellung, Beinachsen, muskuläre Spannungen und funktionelle Beinlängendifferenzen. Unser Ziel ist es, das Wachstum so zu begleiten, dass der Körper möglichst frei und ausgewogen funktionieren kann. Bewegung bleibt dabei der wichtigste Faktor. Bei ausgeprägten oder fortschreitenden Fehlstellungen ist eine interdisziplinäre Abklärung, etwa durch Kinderorthopädie oder Physiotherapie sinnvoll.



Grenzen der Kinderosteopathie

Kinderosteopathie hat klare Grenzen. An vorderster Stelle steht immer das Wohl Ihres Kindes. Akute Erkrankungen, Fieber, Verletzungen oder plötzliche Verschlechterungen des Allgemeinzustands müssen daher immer zuerst ärztlich abgeklärt werden. Seriöse Osteopathinnen und Osteopathen ersetzen weder notwendige Medikamente noch Impfungen oder operative Maßnahmen. Ziel ist nicht das Versprechen von Heilung, sondern die Unterstützung von Beweglichkeit, Regulation und Wohlbefinden.

 


Woran erkennen Sie eine seriöse kinderosteopathische Praxis?

Achten Sie auf eine fundierte, mehrjährige osteopathische Ausbildung. Kinderosteopathen haben zusätzlich eine pädiatrische Fachausbildung abgeschlossen. Transparente Kommunikation, klare Benennung von Grenzen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen sind aus unserer Sicht zentrale Qualitätsmerkmale, die zum Standard gehören sollten.

Warnsignale sind absolute Heilversprechen, das Abraten von Impfungen oder unnötiger Behandlungsdruck.



Entscheidungshilfe für Eltern

Ein osteopathischer Check kann sinnvoll sein, wenn Beschwerden trotz ärztlicher Abklärung bestehen, wenn Haltung, Bewegung oder Spannungen auffällig wirken oder wenn Sie sich eine ganzheitliche Einschätzung wünschen. Entscheidend ist, dass Sie sich fachlich und menschlich gut aufgehoben fühlen.


Kinderosteopathie kann ein wertvoller Baustein sein, um Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten. Am stärksten wirkt sie eingebettet in verantwortungsvolle Medizin, interdisziplinäre Zusammenarbeit und einen liebevollen, stabilen Familienalltag. Sollten Sie Fragen haben, unterstützen wir Sie gerne. Nutzen Sie dazu einfach unseren Rückrufservice.



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