Frauen nach der Menopause – jetzt ist Krafttraining Pflicht
- Sascha Bade

- 2. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag

Inhaltsverzeichnis:
Mit der Menopause verändert sich der weibliche Körper grundlegend. Der sinkende Östrogenspiegel wirkt sich direkt auf Muskulatur, Knochenstoffwechsel und Körperzusammensetzung aus. Für viele Frauen zeigt sich diese Veränderung zunächst mit sehr diffuse Beschwerden: Sie haben plötzlich weniger Kraft, sie nehmen an Gewicht zu, trotz gleicher Ernährung, oder es kommt zu Gangunsicherheit im. Genau deshalb wird Krafttraining nach der Menopause nicht zur Kür, sondern zur Pflicht.
Was sich nach der Menopause im Körper verändert
Östrogen ist weit mehr als ein Hormon für den Zyklus. Es schützt die Muskulatur, stabilisiert den Knochenstoffwechsel und beeinflusst die Fettverteilung. Mit dem Absinken des Östrogenspiegels kommt es zu drei zentralen Veränderungen:
Die Muskelmasse nimmt ab, während der Fettanteil steigt.
Die Knochendichte sinkt, das Risiko für Osteoporose und Frakturen steigt.
Kraft, Reaktionsfähigkeit und Stabilität im Alltag lassen nach.
Studien zeigen, dass bereits ab dem 30. Lebensjahr pro Jahrzehnt etwa 3 bis 8 Prozent Muskelmasse verloren gehen. Ab etwa 50 Jahren kann dieser Verlust auf bis zu 10 Prozent pro Jahrzehnt ansteigen, wenn kein gezieltes Training erfolgt. Postmenopausale Frauen mit geringer Muskelmasse haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Stürze und Knochenbrüche.
Warum Ausdauertraining allein nicht reicht
Spazierengehen, Radfahren oder Yoga sind sinnvoll und gesund. Sie ersetzen jedoch kein gezieltes Krafttraining. Ohne ausreichende mechanische Belastung fehlt dem Körper der Reiz, Muskulatur aufzubauen und Knochen zu erhalten. Gerade nach der Menopause reagiert der Körper weniger sensibel auf Trainingsimpulse. Das bedeutet nicht, dass Training weniger wirkt, sondern dass es strukturierter und ausreichend intensiv sein sollte.
Was bewirkt Krafttraining nach der Menopause?
Krafttraining setzt genau dort an, wo hormonelle Veränderungen ihre Spuren hinterlassen:
Knochen profitieren von Belastung: Muskelarbeit erzeugt Zug- und Druckreize auf den Knochen. Diese Reize sind entscheidend für den Erhalt der Knochensubstanz.
Der Stoffwechsel wird aktiver: Mehr Muskelmasse erhöht den Grundumsatz. Das erleichtert die Gewichtskontrolle und wirkt der altersbedingten Fettzunahme entgegen.
Mehr Sicherheit im Alltag: Kraft bedeutet Stabilität beim Gehen, Treppensteigen, Aufstehen und Tragen. Das senkt das Sturzrisiko und erhöht die Selbstständigkeit.
Viele Frauen berichten, dass sie sich nach einigen Monaten konsequenten Krafttrainings wieder deutlich belastbarer fühlen. Dieses Gefühl, dem eigenen Körper wieder vertrauen zu können, ist ein zentraler Erfolgsfaktor.
Wie intensiv sollten Sie trainieren?
Leichte Übungen ohne spürbare Anstrengung reichen langfristig nicht aus. Nach der Menopause braucht der Körper einen klaren Trainingsreiz. Das bedeutet nicht Überforderung, sondern gezielte, fordernde Belastung mit ausreichender Erholung. Zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche gelten als sinnvoller Richtwert.
Ihr Trainingsplan zum direkt anfangen
Nachfolgend haben wir Ihnen ein Ganzkörpertraining zusammengestellt. Damit können Sie direkt loslegen.
Häufigkeit: 2–3 Mal pro Woche
Dauer pro Einheit: ca. 45 Minuten
Aufwärmen (5–8 Minuten)
Zügiges Gehen oder leichtes Radfahren
Mobilisation von Hüften, Schultern und Wirbelsäule
Krafttraining (2–3 Sätze pro Übung)
Unterkörper
Kniebeugen oder Stuhl-Squats: 10–15 Wiederholungen
Ausfallschritte oder Step-ups: 10–15 Wiederholungen pro Seite
Oberkörper
Rudern mit Kurzhanteln oder Widerstandsband: 10–15 Wiederholungen
Liegestütze an der Wand oder erhöht: 10–15 Wiederholungen
Rumpf
Unterarmstütz oder statische Halteübung: 20–40 Sekunden
Hüftbrücke: 10–15 Wiederholungen
Gleichgewicht und Stabilität (optional, aber empfohlen)
Einbeinstand, ggf. mit Bewegung der Arme 20–40 Sekunden
Standwaage 20–40 Sekunden
Cool-down (5 Minuten)
Ruhiges Gehen
Dehnung der beanspruchten Muskelgruppen
Wichtig: Die letzten Wiederholungen eines Satzes sollten anstrengend sein, aber technisch sauber bleiben.
Nachfolgend können Sie sich das Trainingsprogramm in zwei Schwierigkeitsstufen kostenlos als pdf downloaden. Sie müssen dazu keine persönlichen Daten eingeben.
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Tel.: 040 35771101
Mail: praxis@osteoversum.de
Studien & Quellen
1. Systematische Übersicht zu Widerstandstraining bei postmenopausalen Frauen
2. Review zu Krafttraining und funktioneller Kapazität
3. Interventionsstudie zu Körperzusammensetzung
4. Metaanalyse: Widerstandstraining und Knochenmineraldichte
Titel: Optimal resistance training parameters for improving bone mineral density in postmenopausal women





