top of page

Osteopathie bei Nackenschmerzen

Aktualisiert: 20. Jan.

Sie wachen morgens auf und der Nacken fühlt sich an, als hätte jemand ihn über Nacht „festgeschraubt“. Nackenschmerzen sind heute so verbreitet, dass viele sie fast schon als normal betrachten. In vielen Fällen sind Nackenschmerzen jedoch gut behandelbar – besonders dann, wenn die Ursache mit Spannung, Bewegung, Haltung und Stress zusammenhängt.


Osteopathie bei Nackenschmerzen | Osteoversum Hamburg
Osteopathen sehen den Körper nicht als Sammlung einzelner Bauteile, sondern als System, in dem alles miteinander verbunden ist gesehen.

Inhaltsverzeichnis:




Warum Nackenschmerzen heute so häufig sind

Ein moderner Alltag ist für den Nacken eine Dauerprüfung: viel Sitzen, wenig Positionswechsel, ständiger Blick nach unten aufs Smartphone, dazu Stress und Zeitdruck. Der Nacken muss dabei zwei Dinge gleichzeitig leisten: Er soll den Kopf stabil tragen (das sind mehrere Kilogramm Gewicht) und dabei möglichst fein beweglich bleiben. Wenn diese Balance kippt, steigt die Grundspannung.

Viele Menschen merken das zunächst nur als „Ziehen“. Später kommen typische Begleiter, wie Druck im Hinterkopf, Verspannung zwischen den Schulterblättern, ein Gefühl von Steifheit beim Drehen und manchmal auch Schwindel oder Kopfschmerzen dazu. Das bedeutet aber nicht automatisch „Verschleiß“ oder „etwas ist kaputt“. Häufig ist es lediglich ein Hinweis darauf, dass Ihr Körper in einen Schutzmodus gegangen ist.



Kurz erklärt: Was passiert bei Nackenschmerzen im Körper?


Muskeln, Faszien und der Schutzmodus

Wenn der Körper Belastung registriert, reagiert er oft mit Spannung. Muskeln werden fester, Faszien „halten“ stärker, Bewegungen werden vorsichtiger. Kurzfristig ist das sinnvoll, weil es einen Schutz vor Überlastung bietet. Langfristig ist das aber keine Lösung. Mehr Spannung macht Bewegungen kleiner, das Gewebe wird schlechter durchblutet, der Schmerz wird empfindlicher – und Sie geraten in eine Schleife.


Kleine Gelenke, große Wirkung

Die Halswirbelsäule besteht aus vielen kleinen Gelenkverbindungen. Wenn ein Teil davon weniger beweglich ist (zum Beispiel durch monotones Sitzen oder eine Schonhaltung), müssen andere Bereiche kompensieren. Das kann sich anfühlen wie eine „Blockade“. Häufig fragen unsere Patienten daher, ob man den Wirbel nicht mal eben „freiknacken“ kann. Oft ist es jedoch keine „eingeklemmte Struktur“, sondern ein Zusammenspiel aus eingeschränkter Bewegung, Spannung und Schmerzschutz.


Wenn es in Arm oder Kopf ausstrahlt

Ausstrahlung bedeutet nicht automatisch einen Bandscheibenvorfall. Wenn die Nackenbeschwerden aber in den Arm, oder bis in die Hand ziehen, Kribbeln auslösen oder die Kraft nachlässt, sollte das ernst genommen werden. Dann ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig, damit man nicht am Symptom herumarbeitet, während die Ursache unbeachtet bleibt. Aus diesem Grund führen wir vor der Behandlung eine gründliche Diagnostik durch.



Der Körperkompass

Jetzt bestellen!


Der Körperkompass

Von Sascha Bade

Zur Leseprobe

Der Arthrose Kompass

Jetzt bestellen!


Der Arthrose Kompass

Von Sascha Bade

Zur Leseprobe



Ursachen für Nackenschmerzen aus osteopathischer Sicht


Bildschirmarbeit, Stress und Schlaf

Nackenschmerzen entstehen selten „plötzlich“, sondern eher schleichend. Der Kopf wandert nach vorn, die Schultern ziehen hoch, die Brustwirbelsäule wird steifer. Stress kann das dann zusätzlich verstärken. Wer unter Druck steht, atmet flacher, spannt unbewusst den Schultergürtel an – und schläft zudem schlechter.


Einseitige Belastung und zu wenig Variation

Der Körper liebt Abwechslung. Was er schlecht verträgt, ist monotone Wiederholung. Wer immer gleich sitzt, gleich schaut, gleich trägt, gleich trainiert (oder gar nicht), landet schnell in einem Muster, in dem bestimmte Muskelgruppen ständig angespannt sind, und andere wiederum träge werden. Der Nacken wird dann zum Überlastungsventil.



Kiefer (CMD) und Zähneknirschen

Kiefer und Nacken arbeiten eng zusammen. Pressen oder Knirschen – oft unbemerkt, besonders nachts – kann die Nackenmuskulatur mit hochfahren. Typisch sind morgendliche Beschwerden, Druckgefühl, Spannungskopfschmerz oder ein „zu fester“ Kiefer. Umgekehrt können Nackenprobleme auch die Kieferregion irritieren.


 

Brustwirbelsäule, Schulterblatt und Atmung

Wenn die Brustwirbelsäule steif ist, muss der Nacken häufig mehr bewegen als eigentlich vorgesehen. Dazu kommt der Schultergürtel: Das Schulterblatt ist wie eine Plattform für die Nackenmuskulatur. Wenn diese Plattform instabil oder ständig hochgezogen ist, wird der Nacken überfordert. Eine flache Stressatmung erhöht die Grundspannung – und die sitzt bei vielen Menschen besonders gern im oberen Rücken.


Unfälle und „alte Geschichten“

Ein Sturz, ein Auffahrunfall, ein Schleudertrauma – das kann Spuren hinterlassen, auch wenn es damals „gut ausgeheilt“ schien. Manchmal bleibt eine Restspannung oder ein Bewegungsverlust zurück, der erst später bei Stress, Schlafmangel oder Trainingsbeginn auffällt.



Was ist Osteopathie – und was macht sie anders?

Im Osteoversum geht es uns nicht nur darum, den Schmerzpunkt zu behandeln, sondern Zusammenhänge zu erkennen. Welche Bereiche sind überlastet? Wo fehlt Bewegung? Wo ist zu viel Spannung? Wo kompensiert der Körper?

Wichtig ist uns die Einordnung: Osteopathie kann eine sinnvolle Unterstützung sein – ersetzt aber keine Notfallmedizin. Eine seriöse Behandlung erkennt Grenzen und verweist weiter, wenn Warnzeichen vorliegen.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Behandlung bei uns aktuell der richtige Weg ist, kontaktieren Sie uns gerne über unseren Rückrufservice.


Was ist Osteopathie – und was macht sie anders?


So läuft eine osteopathische Behandlung bei Nackenschmerzen ab

1) Erstgespräch: Die richtigen Fragen sind oft schon die halbe Diagnose

Eine gute Behandlung beginnt mit guter Anamnese. Typische Fragen:

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?

  • Was verschlimmert sie (Sitzen, Sport, Stress, Schlaf)?

  • Was verbessert sie (Bewegung, Wärme, Ruhe)?

  • Gibt es Ausstrahlung, Kribbeln, Kopfschmerzen, Schwindel?

  • Gab es frühere Unfälle, Kieferprobleme, Zahnbehandlungen, Stressphasen?

Oft ist nicht die „schlimmste Stelle“ die wichtigste, sondern das Muster dahinter.


2) Untersuchung: Wo fehlt Bewegung, wo ist zu viel Spannung?

Untersucht werden meist:

  • Beweglichkeit der Halswirbelsäule

  • Schultergürtel, Schulterblattführung

  • Brustwirbelsäule und Rippenbeweglichkeit

  • Haltung und Bewegungsmuster

  • je nach Verdacht: Kiefer, Atmung, Zwerchfell, Beckenregion

3) Behandlung: Von sanft bis robust. Aber immer gezielt und angepasst

Je nach Befund kommen unterschiedliche Techniken infrage: Muskelentspannung, Mobilisation, Arbeit an Faszienzügen, Auch eine Justierung (wird oft als Einrenken bezeichnet) kann in Frage kommen. Allerdings muss nicht jede Behandlung „knacken“.


4) Wie viele Sitzungen sind üblich?

Bei akuten, funktionellen Beschwerden reichen manchmal 1–3 Termine. Bei chronischen Mustern braucht es oft mehrere Sitzungen – und fast immer die Kombination mit Eigenübungen und Alltagsanpassung. Auch hier unterstützen wir Sie mit gezielten individuellen Trainingsprogrammen. Wenn die Ursache im Alltag jeden Tag „nachlegt“, kann die beste Behandlung nur begrenzt dagegenhalten.



Achtung: Wann Sie Nackenschmerzen abklären lassen sollten (Red Flags)

Bitte ärztlich abklären (oder im Notfall direkt Hilfe holen), wenn:

  • die Schmerzen plötzlich sehr stark auftreten oder schnell zunehmen

  • Nackenschmerzen nach Unfall/Sturz/Schleudertrauma beginnen (auch verzögert)

  • Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl dazukommen

  • Sie eine ausgeprägte Nackensteife haben (Kinn kaum Richtung Brust möglich), besonders mit Fieber

  • Taubheit, zunehmendes Kribbeln, Kraftverlust oder Probleme beim Greifen auftreten

  • Gangunsicherheit, Sehstörungen, Sprachprobleme oder andere neurologische Auffälligkeiten dazukommen

  • neue, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen auftreten

  • starke nächtliche Ruheschmerzen, ungeklärter Gewichtsverlust oder eine deutliche Verschlechterung bestehen


Merksatz: Wenn es sich „anders“ oder bedrohlich anfühlt – lieber einmal zu viel abklären als einmal zu wenig.



Was Sie selbst tun können: 3–5 Minuten Mini-Routine gegen Nackenstress

Diese Routine passt in jeden Alltag. Sie bringt Bewegung zurück, entlastet Schultern und hilft Ihrem Nervensystem, runterzufahren. Wichtig: schmerzfrei und sanft.



1) Reset-Atmung (2-3 Minuten)

Reset-Atmung (2-3 Minuten)
Atmen Sie 4 Sekunden lang normal ein
  • Aufrecht sitzen, Füße am Boden.

  • Atmen Sie 4 Sekunden lang normal ein.

  • Atmen Sie anschließend ca. 6 Sekunden ruhig aus.



2) Brustöffner (45–60 Sekunden)

Brustöffner (45–60 Sekunden)
dehnen Sie Ihre Brustmuskeln
  • Stellen Sie sich in einen Türrahmen.

  • legen Sie Ihre Unterarme an die Seiten des Türrahmens.

  • Stellen Sie ein Bein vor das andere und dehnen Sie Ihre Brustmuskeln.


3) Brustwirbelsäulen-Rotation (45–60 Sekunden)


Brustwirbelsäulen-Rotation (45–60 Sekunden)
Drehen Sie langsam Ihren Oberkörper nach rechts und links.
  • Sitzen Sie aufrecht und kreuzen Sie Ihre Arme über der Brust.

  • Drehen Sie langsam Ihren Oberkörper nach rechts und links.



4) Leichte Nackendehnung (45–60 Sekunden)


Leichte Nackendehnung (45–60 Sekunden)
Ziehen Sie den Kopf mit den Händen nach unten zur Brust.
  • Legen Sie die Hände an den Hinterkopf.

  • Ziehen Sie den Kopf mit den Händen nach unten zur Brust.

  • Sie spüren eine leichte Dehnung im Nacken und im oberen Rücken.



Ihre Ansprechpartner bei Nackenschmerzen im Osteoversum Hamburg


Sascha Bade | Osteoversum Hamburg

Sascha Bade

HP D.O. Osteopathie

Hendrik Fisahn | Osteoversum Hamburg

Hendrik Fisahn

B.Sc. Osteopathie

Luisa Schmidt | Osteoversum Hamburg

Dianne Bremer

B.Sc. Osteopathie


Gebhard Hamborg | Osteoversum Hamburg

Gebhard Hamborg

HP Osteopathie

Enrico Rahlf | Osteoversum Hamburg

Enrico Rahlf

M.Sc. Osteopathie

Luisa Schmidt | Osteoversum Hamburg

Luisa Schmidt

M.Sc. Osteopathie



Haben Sie Fragen ?


Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:

Tel.: 040 35771101

Mail: praxis@osteoversum.de


bottom of page